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MalinoisJournal

Rubrik 02 · Rasse und Herkunft

Die vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes

Eine Rasse, vier Varietäten und ein einziger Standard: der Vergleich, den fast alle deutschen Seiten auslassen, weil sie nur über den Malinois schreiben.

Belgischer Schäferhund Malinois, kurzhaarig falbfarben mit schwarzer Maske, aufrechte dreieckige Ohren und schlanker quadratischer Körperbau, steht im Profil auf einer trockenen Sommerwiese vor einem Waldrand im Abendlicht
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  1. Ein Bauplan, vier Kleider
  2. Was der Standard über das Wesen sagt
  3. Vier Varietäten, vier Populationen

Belgier ist kein Synonym für Malinois. Der Rassestandard Nr. 15 der Fédération Cynologique Internationale beschreibt eine Rasse mit vier Varietäten, die sich in Haarkleid und Farbe unterscheiden und im Übrigen demselben Bauplan folgen. Diese Rubrik nimmt die vier nebeneinander, statt wie üblich nur über die kurzhaarige zu schreiben, und sie erklärt, wie aus belgischen Hütehunden am Ende des neunzehnten Jahrhunderts eine normierte Rasse wurde.

Ein Bauplan, vier Kleider

Der Standard beschreibt zuerst einen Hund und erst danach vier Varietäten. Dieser Hund ist mittelgroß und quadratisch gebaut, kraftvoll ohne Schwere, mit trockener Muskulatur, dreieckigen, hoch angesetzten Stehohren und einem Fang, der ungefähr so lang ist wie der Schädel. Die Widerristhöhe liegt im Durchschnitt bei 62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen, mit einer Toleranz von 2 cm nach unten und 4 cm nach oben. Erst im Kapitel über das Haar teilt sich die Rasse. Genau deshalb ist die Frage, ob ein Tervueren anders arbeitet als ein Malinois, im Standard nicht beantwortet: dort unterscheiden sie sich in Länge, Wuchsrichtung, Aussehen und Farbe des Haarkleids.

Die vier Varietäten nach FCI-Standard Nr. 15, gelesen am 02.09.2026
VarietätHaarFarbe laut StandardMaske
MalinoisKurzhaar, Halskrause vom Ohransatz bis zur Kehlenur falbfarben mit schwarzer Wolkungvorgeschrieben, Fehlen disqualifiziert
TervuerenLanghaar mit Mähne, Schürze, Hosen und Fahnefalbfarben oder grau, je mit schwarzer Wolkung, falbfarben bevorzugtvorgeschrieben, Fehlen disqualifiziert
GroenendaelLanghaar wie beim Tervuerennur einfarbig schwarznicht anwendbar
LaekenoisRauhhaar, hart und trocken, überall etwa 6 cmfalbfarben mit Spuren schwarzer Wolkungim Standard nicht verlangt

Was der Standard über das Wesen sagt

Die Beschreibung gilt für alle vier gemeinsam und ist knapp: wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit, mit gefestigten Charaktereigenschaften, die weder Angst noch Aggressivität kennen. Der Standard nennt neben den angeborenen Fähigkeiten am Vieh die Eignung als Wächter für Haus und Hof und weist die Richter ausdrücklich an, das ruhige und beherzte Temperament zu berücksichtigen. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert. Wer daraus ableiten will, ob ein solcher Hund in einen bestimmten Haushalt passt, findet in dieser Rubrik die nüchterne Prüfung dazu.

Vier Varietäten, vier Populationen

Eine Regel am Ende des Standards wird selten zitiert und hat große Wirkung: Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten sind verboten, Ausnahmen können nur die zuständigen nationalen Zuchtkommissionen bewilligen. Was als Ordnung des Erscheinungsbildes gedacht ist, teilt die Rasse damit in vier getrennt geführte Zuchtpopulationen, von denen keine auf den Genpool der anderen zugreift. Für die Frage der genetischen Vielfalt ist das die wichtigste Zeile des ganzen Textes.

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3 Beiträge, nach Datum geordnet.

  1. Zwei Schäferhunde unterschiedlicher Rasse stehen im Profil nebeneinander auf einem Sandplatz: links ein kurzhaariger falbfarbener Belgischer Schäferhund mit schwarzer Maske, aufrecht dreieckigen Ohren und quadratischem Körperbau, rechts ein größerer schwarzbrauner Deutscher Schäferhund mit geradem Rücken und länger gestrecktem Rumpf

    02.01

    Malinois oder Deutscher Schäferhund: der Vergleich

    Zwei Gebrauchshunde, zwei Standards, zwei Arbeitsweisen. Der Vergleich bleibt bei dem, was in den Standards steht und was auf dem Platz nachprüfbar ist.

  2. Kurzhaariger falbfarbener Belgischer Schäferhund mit schwarzer Maske, aufrecht dreieckigen Ohren und schlankem quadratischem Körperbau läuft am Rand einer Schafherde über eine flache Weide unter grauem Himmel

    02.02

    Herkunft des Belgischen Schäferhundes seit 1891

    Die Rasse ist jünger als ihr Ruf und älter als ihr Sport: der Weg vom belgischen Hütehund zur normierten Rasse, aus der veröffentlichten Überlieferung.

  3. Nahaufnahme des kurzhaarigen falbfarbenen Fells und eines aufrecht dreieckigen Ohrs eines Belgischen Schäferhundes mit dunklen Haarspitzen und schwarzer Maske im Streiflicht

    02.03

    Farben und Haarkleid: der Atlas der vier Varietäten

    Was der Standard Kohleanflug nennt, sieht auf dem Platz jedes Mal anders aus. Die Tafel zeigt die Kleider nebeneinander und benennt, was daran zur Norm gehört.