Rubrik 02 · Rasse und Herkunft
Die vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes
Eine Rasse, vier Varietäten und ein einziger Standard: der Vergleich, den fast alle deutschen Seiten auslassen, weil sie nur über den Malinois schreiben.
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Belgier ist kein Synonym für Malinois. Der Rassestandard Nr. 15 der Fédération Cynologique Internationale beschreibt eine Rasse mit vier Varietäten, die sich in Haarkleid und Farbe unterscheiden und im Übrigen demselben Bauplan folgen. Diese Rubrik nimmt die vier nebeneinander, statt wie üblich nur über die kurzhaarige zu schreiben, und sie erklärt, wie aus belgischen Hütehunden am Ende des neunzehnten Jahrhunderts eine normierte Rasse wurde.
Ein Bauplan, vier Kleider
Der Standard beschreibt zuerst einen Hund und erst danach vier Varietäten. Dieser Hund ist mittelgroß und quadratisch gebaut, kraftvoll ohne Schwere, mit trockener Muskulatur, dreieckigen, hoch angesetzten Stehohren und einem Fang, der ungefähr so lang ist wie der Schädel. Die Widerristhöhe liegt im Durchschnitt bei 62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen, mit einer Toleranz von 2 cm nach unten und 4 cm nach oben. Erst im Kapitel über das Haar teilt sich die Rasse. Genau deshalb ist die Frage, ob ein Tervueren anders arbeitet als ein Malinois, im Standard nicht beantwortet: dort unterscheiden sie sich in Länge, Wuchsrichtung, Aussehen und Farbe des Haarkleids.
| Varietät | Haar | Farbe laut Standard | Maske |
|---|---|---|---|
| Malinois | Kurzhaar, Halskrause vom Ohransatz bis zur Kehle | nur falbfarben mit schwarzer Wolkung | vorgeschrieben, Fehlen disqualifiziert |
| Tervueren | Langhaar mit Mähne, Schürze, Hosen und Fahne | falbfarben oder grau, je mit schwarzer Wolkung, falbfarben bevorzugt | vorgeschrieben, Fehlen disqualifiziert |
| Groenendael | Langhaar wie beim Tervueren | nur einfarbig schwarz | nicht anwendbar |
| Laekenois | Rauhhaar, hart und trocken, überall etwa 6 cm | falbfarben mit Spuren schwarzer Wolkung | im Standard nicht verlangt |
Was der Standard über das Wesen sagt
Die Beschreibung gilt für alle vier gemeinsam und ist knapp: wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit, mit gefestigten Charaktereigenschaften, die weder Angst noch Aggressivität kennen. Der Standard nennt neben den angeborenen Fähigkeiten am Vieh die Eignung als Wächter für Haus und Hof und weist die Richter ausdrücklich an, das ruhige und beherzte Temperament zu berücksichtigen. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert. Wer daraus ableiten will, ob ein solcher Hund in einen bestimmten Haushalt passt, findet in dieser Rubrik die nüchterne Prüfung dazu.
Vier Varietäten, vier Populationen
Eine Regel am Ende des Standards wird selten zitiert und hat große Wirkung: Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten sind verboten, Ausnahmen können nur die zuständigen nationalen Zuchtkommissionen bewilligen. Was als Ordnung des Erscheinungsbildes gedacht ist, teilt die Rasse damit in vier getrennt geführte Zuchtpopulationen, von denen keine auf den Genpool der anderen zugreift. Für die Frage der genetischen Vielfalt ist das die wichtigste Zeile des ganzen Textes.
Rubrik 02In dieser Rubrik
3 Beiträge, nach Datum geordnet.
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02.01
Malinois oder Deutscher Schäferhund: der Vergleich
Zwei Gebrauchshunde, zwei Standards, zwei Arbeitsweisen. Der Vergleich bleibt bei dem, was in den Standards steht und was auf dem Platz nachprüfbar ist.
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02.02
Herkunft des Belgischen Schäferhundes seit 1891
Die Rasse ist jünger als ihr Ruf und älter als ihr Sport: der Weg vom belgischen Hütehund zur normierten Rasse, aus der veröffentlichten Überlieferung.
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02.03
Farben und Haarkleid: der Atlas der vier Varietäten
Was der Standard Kohleanflug nennt, sieht auf dem Platz jedes Mal anders aus. Die Tafel zeigt die Kleider nebeneinander und benennt, was daran zur Norm gehört.